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Um mit der Teilung Europas, der Arbeitslosigkeit, der Festung Europa und den imperialistischen Interventionen Schluss zu machen
Für die
Vereinigten Sozialistischen Staaten von Europa!
Der sozialdemokratische spanische Premierminister erklärte vor Kurzem:
„Europa muss Vertrauen in die Perspektive haben, in den nächsten 20 Jahren
die wichtigste Macht der Welt zu werden“. (Der Spiegel, 9. November 2004)
Auf dem Papier scheint die EU der 25, von Zapatero missbräuchlich als
„Europa“ bezeichnet, mit einem BIP von 10.500 Milliarden US-Dollar gegenüber
11.000 Mrd. Dollar und 455 Millionen gegenüber 295 Millionen Einwohnern mit den
USA mithalten zu können. Auf dieser Basis und der Umsetzung von Maßnahmen wie
einer gemeinsamen Währung für 12Staaten 1999 und der Erweiterung der EU um 10
Staaten 2004 glauben die Sozialdemokratie, die Reste des europäischen
Stalinismus und ihre „trotzkistischen“ Satelliten dem Aufstieg eines
europäischen Äquivalents zu den USA beizuwohnen, das die ArbeiterInnen
lediglich „sozialer“ und „demokratischer“ machen müssten.
Sie alle
haben bezüglich der Herstellung der Einheit Europas Vertrauen in die
kapitalistischen Klassen, obwohl nur die ArbeiterInnenklasse dazu befähigt ist,
vorausgesetzt, sie ordnet sich nicht ihren AusbeuterInnen unter. Tatsächlich
sind die Vereinigten Staaten von Amerika aus der Staatsbildung durch die
Bourgeoisien der britischen Kolonien in Nordamerika in einer Epochen
entstanden, als der Kapitalismus noch in den Kinderschuhen steckte, als die
Bourgeoisie noch fähig war, eine revolutionäre Rolle zu spielen, sich zunächst
an die Spitze der Volksmassen zu stellen, sie gegen die Kolonialmacht zu
mobilisieren und zu bewaffnen (Unabhängigkeitskrieg) und später gegen die
sklavenhalterischen Grundbesitzer (Sezessionskrieg). Im Vergleich zu ihnen ist
die EU zu spät auf die Bühne getreten, in der Epoche des geschichtlichen
Niedergangs des Kapitalismus. Sie ist ein zerbrechliches Flickwerk der alten
Bourgeoisien, die seit langem so reaktionär sind, dass sie unfähig zum
Zusammenschluss und der Aufgabe ihrer Nationalstaaten sind.
Das Budget
der Europäischen Union beweist, dass diese weit davon entfernt ist, einen Staat
zu bilden. Zuallererst hat sie nicht das Recht, selbst Steuern zu erheben und
wird durch die Beiträge ihrer Mitgliedsstaaten finanziert. Weiters ist diese
Finanzierung auf ungefähr ein Prozent des BIP der Zone begrenzt (das sind etwa
116 Milliarden Euro oder 150 Milliarden US-Dollar); im Oktober 2002 haben sich
Gerhard Schröder und Jacques Chirac darauf geeinigt, diesen Betrag nicht zu
erhöhen. Weiters enthält das Budget keinen Posten „Verteidigung“ und ist in
erster Linie den „Strukturfonds“ zugunsten der ärmsten Regionen (etwa 33 % der
Ausgaben) und der „Gemeinsamen Agrarpolitik“ (ungefähr 45 % oder 45 Milliarden
Euro) gewidmet.
Zum
Verlgiehc: Das Bundesbudget der USA entspricht mehr als 20 % des amerikanischen
BIP. Die Militärausgaben der USA erreichen 350 Milliarden Euro, jener der 25
Armeen der EU, wenn man sie addiert, 150 Milliarden Euro. Zudem bleiben die
europäischen Staaten Mitglied der von den USA kontrollierten
Militärallianz, der NATO. Die EU ist so
gespalten, dass sie über keine eigene Militärstreitmacht verfügt, abgesehen von
der „schnellen Eingreiftruppe“. Diese wurde beim Europäischen Rat in Helsinki
1999 beschlossen; sie ist keine supra-nationale Streitmacht, die den
EU-Instanzen untersteht. Sie ist auf eine Zusammenarbeit zwischen nationalen
Armeen beschränkt, die im Moment auf vier Staaten (Deutschland, Belgien,
Frankreich, Luxemburg) begrenzt ist. Weiters müssen die militärischen
Entscheidungen der EU von den Mitgliedsstaaten einstimmig beschlossen werden.
Der
Balkankrieg Ende des 20. Jahrhunderts und der zweite imperialistische Krieg
gegen den Irak haben gezeigt, dass die EU keineswegs eine Macht ist,
sondern eine heterogene Föderation rund um einen selbst wiederum mehr oder
minder konfliktgeladenen Block zwischen französischem und deutschem Imperialismus.
Der
Vertrag von 1957, der am Beginn der EU steht, gab vor, „durch die Bildung
dieser Gemeinschaft den Frieden und die Freiheit zu sichern“ (Römischer
Vertrag, Präambel). Der Entwurf der neuen EU-Verfassung 2004 behauptet: „Die
Union hat die Vorantreibung des Friedens, seiner Werte und der Wohlstands der
Völker zum Ziel“. (Artikel I.3.)
Dies wird
durch die Verwüstung Ex-Jugoslawiens zwischen 1990 und 1999 widerlegt, die
weitestgehend aus der hartnäckigen Rivalität zwischen den europäischen Mächten
erwuchs. Um ihre Einflusssphären zu erhalten und auszudehnen, haben die
französischen und deutschen Imperialismen eine wichtige Rolle bei der
Zerschlagung der jugoslawischen Föderation gespielt und den einen oder anderen
Sektor der ehemaligen titoistischen Bürokratie unterstützt. Alle Fraktionen der
Bürokratie wollten auf Kosten der Einheit der Völker, die durch die
jugoslawischen Revolution hergestellt wurde, den Kapitalismus restaurieren und
die politische Revolution verhindern, die dem jugoslawischen Proletariat die
Ausübung der Macht ermöglicht hätte.
Von Anfang an unterstützte der
deutsche Imperialismus die Unabhängigkeit Kroatiens und Sloweniens und
belieferte sie mit Waffen und Militärberatern. Der französische Imperialismus
seinerseits unterstützte Pläne für ein „Groß-Serbien“ und bewaffnete es gegen
Kroatien und Bosnien. Daraus erwuchs ein Jahrzehnt des nationalistischen
Rückschritts, der Kriege, der Vertreibung, der Umsiedlungen und der Massaker.
Die USA spielten ihre diplomatische und militärische Überlegenheit aus, um den
Konflikt zu beenden ... und ihren Einfluss in Europa auf Kosten ihrer imperialistischen Rivalen am alten Kontinent
zu verstärken.
Die EU gibt vor, die Völker zu befreien und ihr
Wohlergehen zu sichern. In ihrem Inneren aber garantiert sie die Grenzen der
bestehenden Staaten. Auf diese Weise schreibt die EU die Unterdrückung einer
ganzen Reihe von Völkern in Europa selbst fest: Der BaskInnen, der AlbanerInnen
im Kosovo, der IrInnen. Schlimmer noch, sie bekräftigt die erzwungene Zugehörigkeit
der Völker der letzten Reste der alten britischen, portugiesischen,
niederländischen, französischen oder dänischen Kolonialreiche, die als
„Übersee-Länder und -Territorien der EU“ und „ultraperiphere Regionen“
klassifiziert werden. Die ÜLTE sind mit der EU assoziiert: Grönland,
Neukaledonien, Französisch-Polynesien, Aruba, die Niederländischen Antillen,
Anguilla, die Malwinen, Bermudas etc. Die UPR, oft com europäischen Kontinent
viel weiter entfernt als die Türkei, sind sogar Teil des EU-Territoriums:
Französisch-Guyana, Guadeloupe, Martinique, La Réunion, die Azoren, Madeira und
die Kanarischen Inseln.
Ihr „europäischer Friede“ ignoriert die Beteiligung von
Armeen fast aller kapitalistischer Staaten Europas an der Aggression gegen den
Irak 1991 und das skandalöse Embargo der UNO, das in den folgenden zehn Jahren
die Bevölkerung des Irak erdrosselte. Ihr „Friede“ schließt die Augen vor den
Bombardierungen Serbiens durch mehrere europäische und die US-Armee 1999,
Afghanistans 2002, den zahlreichen militärischen Interventionen, derer sich die
„Demokratien“ des „Alten Europa“ in Cote d'Ivoire, Haiti usw. schuldig gemacht
haben. Ihr „Friede“ vergisst die Unterstützung aller ihrer Staaten für Israel,
den Unterdrücker Palästinas, für die Türki, die Unterdrückerin der KurdInnen
und das neue kapitalistische Russland, den Unterdrücker Tschetscheniens.
Was die „Einheit Europas“ nach Außen betrifft, wurde sie
von der Erfahrung grausam lügen gestraft. Ihrem Hauptrivalen, dem
amerikanischen Imperialismus, gegebenüber, haben die europäischen Staaten ihre
Spaltung gezeigt: Die Regierungen Großbritanniens, des Spanischen Staates.
Italiens und der zentraleuropäischen Länder haben die Vereinigten Staaten
unterstützt, als diese ihren Krieg des Terrors und der Plünderung gegen den
Irak vorbereiteten, während gleichzeitig die französischen und deutschen
Imperialismen weiterhin die Benutzung der UNO zur Erdrosselung des Landes
fortsetzen wollten.
Diese Rivalität zeigte sich ebenfalls in den wachsenden
Gegensätzen zwischen den europäischen Imperialismen bei der Verteidigung ihres
Handels und ihrer Investitionen zur Sicherung ihrer Profite in Osteuropa,
Afrika, Lateinamerika, Ozeanien und Asien.
Durch die
imperialistische Invasion des Irak unter amerikanischer Führung (mit
Beteiligung Großbritanniens, des spanischen Staates, Italiens und Polens...),
die Invasion und Besetzung Ex-Jugoslawiens durch die NATO und die Besetzung
Afghanistans durch die NATO (gemeinsam mit Frankreich, dem spanischen Staat,
Deutschland), durch die Kontrolle über Haiti (Frankreich, spanischer Staat, mit
den USA, Argentinien, Brasilien, der Türkei usw.), beteiligen sich die
europäischen imperialistischen Mächte an der brutalen Restauration des Kapitalismus
in den ehemaligen ArbeiterInnenstaaten und der Rekolonisierung der beherrschten
Länder.
Nach Innen
und Außen maskiert oder legitimiert die Minderheit der AusbeuterInnen ihre
Herrschaft mit Patriotismus, den Massenmedien, Religionen, dem Erziehungswesen.
Zur Abrundung muss sie den Widerstand der ausgebeuteten und unterdrückten
Mehrheit einschüchtern und gegebenenfalls zerschmettern. Ohne die ständig
zunehmenden Ausgaben für Polizei und Gefängnisse zu berücksichtigen, geben die
25 EU-Staaten im Schnitt mehr als zwei Prozent ihres BIP für ihre Armeen aus.
Die
Schläge, welche die ArbeiterInnen in Stadt und Land in Europa heute hinnehmen
müssen, stammen nicht aus einer Ideologie, die der „Neoliberalismus“ der
europäischen Institutionen sein soll. Der Kampf zwischen Bourgeoisie und
ArbeiterInnenklasse ist dem Kapitalismus immanent. Mehr als zuvor seit der
Weltwirtschaftskrise 1973 versucht jede Bourgeoisie der Welt in die Offensive
zu gehen, um die Ausbeutungsrate zu
erhöhen und den Wert der Arbeitskraft zu senken. Von 1975 bis 1999 ist der
Anteil der Löhne am europäischen BIP von 15 auf neun Punkte gefallen. Die
Arbeitslosenrate in der EU der 25
beträgt 9,1 Prozent der arbeitenden Bevölkerung. Das Recht auf angemessene
Renten, Arbeitslosenunterstützung, Zugang zum Gesundheitswesen, zur Erziehung,
zu öffentlichen Dienstleistungen – alle Errungenschaften der europäischen
ArbeiterInnenbewegung werden beschnitten, da sie mit einer überholten, auf den
Profit beruhenden Produktionsweise, die das gesamte wirtschaftliche und soziale
Leben verfaulen lässt, unvereinbar
sind.
Deshalb kann es kein anderes Europa als ein
Sozialistisches Europa geben. Die EU in ein „soziales Europa“ zu verwandeln,
ist ein reformistischer Mythos.
Weit entfernt davon, Opfer des „europäischen Aufbaus“ zu
sein, wie die Reaktionäre flennen, verstärkt sich der Nationalstaat als
Repressionsapparat. Alle europäischen Bourgeoisien konsolidieren aktiv ihren
eigenen Staat, insbesonders die Söldnerverbände, welche die kapitalistische
Ordnung aufrecht erhalten: Polizeikräfte aller Art, Geheimdienste, Armeen.
Parallel dazu greifen alle europäischen Regierungen die demokratischen
Freiheiten an.
Der aufsteigende Kapitalismus des 19. Jahrhunderts
rechtfertigte den Kolonialismus durch den Rassismus. Am Beginn des 21.
Jahrhunderts schreiben alle reaktionären DemagogInnen sämtliche dem
Kapitalismus innewohnenden
Übel (Arbeitslosigkeit, Armut, Kriminalität...) der ausländischen Konkurrenz
(die immer „hinterlistig“ ist), den „Wanderungsbewegungen“, den „TechnokratInnen
in Brüssel“ etc. zu. Die FaschistInnen und gelegentlich auch respektable
bürgerliche PolitikerInnen beschuldigen Sündenböcke, traditionell die JüdInnen,
aber auch pakistanische, arabische, türkische etc. ImigrantInnen oder deren
Kinder. Es handelt sich dabei nicht nur um die Delirien von Verrückten,
denn der niedergehende Kapitalismus
sondert ständig die Fremdenfeindlichkeit ab – durch die „Einwanderungspolitik“,
den „Kampf gegen den Terrorismus“, die nationale und rassistische Spaltung der
ArbeiterInnenklasse, durch die soziale Trennung in städtischen Ghettos....
Alle Regierungen
Europas schränken das Asylrecht ein. Sie weisen die AraberInnen und KabylInnen
zurück, die von islamistischen Fanatikern und den in ihren Ländern herrschenden
Diktaturen bedroht werden, sie greifen die kurdischen MilitantInnen oder
türkische EinwanderInnen in allen Ländern der EU an, die baskischen
MilitantInnen, die in Frankreich verfolgt und im Spanischen Staat gefoltert
werden, die italienischen MilitantInnen, die in Frankreich Zuflucht suchen und
an den Mafioso Berlusconi ausgeliefert werden.
Alle Staaten schränken die Bewegungsfreiheit und die
Rechte der ArbeitsmigrantInnen aus politischen oder wirtschaftlichen Gründen
ein, tun ihnen Gewalt an oder „parken“ einen Teil von ihnen in
menschenunwürdigen Anhaltelagern, um den anderen Teil über-ausbeuten und die
ArbeiterInnenklasse spalten zu können.
Die beiden Weltkriege waren zu aller erst Ausdruck der
Revolte der Produktivkräfte gegen die Beschränkung durch die nationalen
Grenzen, die vor allem in Europa sehr lange bestanden. Zweimal hat der deutsche
Imperialismus versucht, Europa militärisch unter seiner Vorherrschaft zu
vereinigen. Zwei Mal sind sich die europäischen Bourgeoisien, verstärkt durch
die amerikanische Bourgeoisie, an die Gurgel gegangen, um die Welt neu zu
verteilen, haben dafür Millionen junger ArbeiterInnen in Stadt und Land
geopfert, den Kontinent verwüstet, ZivilistInnen massakriert, die Bevölkerung
der Kolonien als Kanonenfutter in den Konflikt gerissen.
Angesichts der Schrecken ohne Ende der imperialistischen
Schlächterei revoltierte das Proletariat und hat so einen anderen Weg für die
Menschheit eröffnet. Es begann die sozialistische Weltrevolution, indem es im
Oktober 1917 in Russland die Macht eroberte und dann in Deutschland die
Monarchie stürzte. So machte die ArbeiterInnenklasse Schluss mit dem Krieg
zwischen den Bourgeoisien, dessen Opfer sie geworden war.
Während des Zweiten Weltkrieges begann die Niederlage des
Nazismus dank der russischen ArbeiterInnen im Februar 1943 bei Stalingrad. Im
gleichen Jahr erhob sich das italienische Proletariat gegen Mussolini. Die im
Gefolge des Krieges ausgebrochene revolutionäre Welle wurden jedoch durch die
konterrevolutionäre Allianz der amerikanischen imperialistischen Bourgeoisie
mit der stalinistischen Bürokratie der UdSSR (Verträge von Teheran, Potsam und
Yalta) eingedämmt, wobei beide Seiten vor einer potenziellen proletarischen
Revolution in West- und Zentraleuropa zurückschreckten, die sich unweigerlich
auch auf die UdSSR ausgedehnt hätte. 1943 löste Stalin im Dienste der
Klassenzusammenarbeit die Kommunistische Internationale auf. Mehr als den
Nazismus fürchtete die „demokratische“ Koalition von Wall Street und Kreml die
Revolution. Ihre Streitkräfte ließen daher die Nazis die Aufständischen von
Warschau massakrieren und schlugen bewusst gegen die deutsche Zivilbevölkerung
zu, um diese zu terrorisieren und jeden Willen zur Revolte zu ersticken.
Ihre politischen Agenturen innerhalb der
ArbeiterInnenklasse, die „sozialistischen“ und „kommunistischen“ Parteien und
die „reformistischen“ Gewerkschaftsapparate widersetzten sich alle seit 1943,
dem Datum der italienischen Erhebung,
dem Klassenkampf. Sie konnten die Revolution eindämmen, indem sie die
ArbeiterInnen in Frankreich, Italien, Griechenland ... entwaffneten, direkt am
Wiederaufbau der von militärischen Niederlagen und bewaffneten Erhebungen
erschütterten bürgerlichen Staaten teilnahmen, indem sie Streiks denunzierten
und bekämpften und die RevolutionärInnen verleumdeten.
Der siegreiche Imperialismus rekonstruierte in Europa die
Nationalstaaten und hob die ausgebluteten und diskreditierten Bourgeoisien
wieder in den Sattel, musste jedoch in einigen Fällen die bisherigen Grenzen
modifizieren. Mit der Komplizenschaft Stalins teilten die demokratischen
Präsidenten Roosevelt und Truman Europa mehr als jemals zuvor und vor allem
sein wichtigstes Proletariat, nämlich das deutsche. Außerdem sah die in Yalta
gebildete konterrevolutionäre Allianz vor, die Kolonialvölker weiter unter dem
Stiefel ihrer europäischen Herren zu belassen.
Angesichts der Gefahr, alles zu verlieren, mussten die
europäischen Bourgeoisien den jeweiligen ArbeiterInnenklassen weitreichende
Zugeständnisse machen: Wiederherstellung der demokratischen Freiheiten, des
Streikrechts, Sozialversicherung, Verstaatlichungen... In Albanien und
Jugoslawien übernahmen die von den stalinistischen Parteien kontrollierten
PartisanInnen trotz der Empfehlungen Stalins die Macht.
Im Namen des Antifaschismus hatten die amerikanischen und
britischen Bourgeoisien junge ArbeiterInnen an alle Fronten und auf alle Ozeane
geschickt. Als aber die japanischen und deutschen RivalInnen geschlagen waren,
wandten sie sich gegen die UdSSR und
stützten sich stärker als zuvor auf die faschistischen Regimes in Portugal und
Spanien. Die amerikanische Bourgeoisie kam den europäischen Bourgeoisien 1947
mit dem Marschall-Plan zu Hilfe. Beginnend mit der deutschen Niederlage begann
sie eine Offensive gegen die UdSSR, die auf die Restauration des Kapitalismus abzielte. Dieser sogenannte „Kalten
Krieg“ erhielt die Unterstützung der Sozialdemokratie und der Mehrheit der
Gewerkschaftsführungen.
Um sich selbst und die UdSSR gegen die amerikanische
imperialistische Aggression zu verteidigen, enteignete die Kremlbürokratie ab
1948 die zentraleuropäischen Kapitalist/inn/en. Sie errichtete von ihrer
Entstehung an degenerierte ArbeiterInnenstaaten, in denen die ArbeiterInnen nie
die führende Rolle und nicht einmal die elementarsten demokratischen Rechte und
das Streikrecht inne hatten, aber Vollbeschäftigung und ein unentgeltliches
Gesundheits- und Erziehungswesen zugestanden erhielten...
Überall in der Welt unterstützte oder errichtete der
amerikanische Imperialismus gegen die revolutionäre Gefahr Diktaturen. In
Europa beteiligte er sich 1967 direkt an der Errichtung eines autoritären
Regimes in Griechenland. Aber die Diktaturen in Griechenland, Spanien und
Portugal konnten der revolutionären Welle nicht widerstehen, die seit 1968 die
Ordnung von Yalta sowohl im Westen wie auch im Osten Europas erschütterte.
In den 60er Jahren gerät der portugiesische Staat
angesichts des entschlossenen Widerstandes der Völker in seinen afrikanischen
Kolonien (Guinea-Bissau, Mozambique, Angola) in eine Krise. 1974 stürzt die
portugiesische Revolution die Diktatur des Salazar-Erben Caetano; Nach der
Fraternisierung zwischen Soldaten und ArbeiterInnen am 1. Mai wird die
Geheimpolizei aufgelöst, Betriebe werden besetzt und die demokratischen
Freiheiten erobert. Nur die Klassenkollaboration und die von PSP und PCP
verschärfte Spaltung der Reihen der ArbeiterInnen – mit Unterstützung der
ZentristInnen aller Schattierungen – rettet den bürgerlichen Staat und den
geschwächten portugiesischen Kapitalismus. 1986 ist der Weg zum Anschluss an
die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft offen, gemeinsam mit dem spanischen
Nachbarn.
Im spanischen Staat unterminierten sogar noch größere
Widersprüche das faschistische Regime. Die ArbeiterInnenklasse hat ihre Kräfte
gesammelt, in der Jugend brodelt es, die unterdrückten Nationalitäten geraten
in Bewegung. Um jedes revolutionäre Risiko zu vermeiden, führt der von Franco
zum Nachfolger ernannte König Juan Carlos von Bourbon-Parma vorbeugend Reformen
durch. Sowohl die PSOE als auch die PCE untestützen den König bei seinem
„Übergang“. Sie geben der Verfassung vom 6. Dezember 1978 ihre Unterstützung,
die einige demokratische Freiheiten gewährt und gleichzeitig die Privilegien
der katholischen Kirche aufrecht erhält und der baskischen und katalonischen
nationalen Minderheit das Recht auf Abtrennung verweigert und eine Monarchie
mit starken bonapartistischen Zügen schafft.
Während die reformistischen FührerInnen Hollande, Buffet,
Zapatero, Schröder und Co. betrügerisch behaupten, die Errungenschaften der
ArbeiterInnen seien ein Kind der „Republik“ oder der „parlamentarischen Demokratie“,
sieht die Wahrheit anders aus: Im Osten wie im Westen des Kontinents sind die
großen Errungenschaften des europäischen Proletariats das Nebenprodukt der
weltrevolutionären Wellen von 1917, 1943 und 1968.
Die EU
bildet eine Basis für die Ausweitung der großen kapitalistischen Gruppen dieser
Region, um ihren Anteil an der
Weltwirtschaft zu bewahren oder neue Anteile an den ehemals kollektivierten
Ökonomien Zentraleuropas, Chinas, Vietnams
und Kubas, den traditionellen halbkolonialen Ländern oder sogar in den
imperialistischen Ländern selbst zu
erobern. Die bürgerlichen Regierungen maskieren diese Tatsache durch das Gerede
von der „Einheit des Kontinents“ und vom „Frieden“.
Der
Europäische Rat, das heißt die Regierungen der 25 Mitgliedsstaaten, hat am 18.
Juni 2004 einen Entwurf für einen Verfassungsvertrag angenommen, der sich im
Rahmen des Kapitalismus bewegt: „Die Union wirkt auf die nachhaltige
Entwicklung Europas auf der Grundlage [...] eine(r) in hohem Maße
wettbewerbsfähige(n) soziale(n) Marktwirtschaft“. (Artikel I-3 des Entwurfs)
Das Wort
„sozial“ hat eine rein dekorative Funktion. Die Bezeichnung „Marktwirtschaft“
umschreibt in heuchlerischer Form den Kapitalismus. Die in Europa entstandene
kapitalistische Produktionsweise ist nicht nur ein Markt von Gütern, sondern
umfasst auch die Ausbeutung der LohnarbeiterInnen. Im Kapitalismus ist die
Arbeitskraft der ProletarierInnen selbst eine Ware unter Verfügungsgewalt der
Minderheit der Gesellschaft, welche die Produktionsmittel besitzt. Das
gesellschaftliche Arbeitsprodukt entzieht sich zugunsten der KapitalistInnen,
die sich so das Mehrprodukt in Form des Profits aneignen können, der Kontrolle
seiner ProduzentInnen.
Die
Konzentration des Kapitals, die sich im Weltmaßstab um den Preis von
Wirtschaftskrisen und Kriegen fortgesetzt hat, manifestiert sich in der Form
großer transnationaler kapitalistischer Gruppen. Jedenfalls führt sie nicht zum
Verschwinden der Nationalstaaten und der Grenzen. Im Gegenteil, sie beinhaltet
die Konkurrenz zwischen den Unternehmen und den nationalen Räumen, in denen sie
sich bewegen und auf die sie sich stützen.
Tatsächlich hat die überwiegende Mehrzahl der „Multis“ eine klar festzumachende nationale Basis;
andererseits garantieren die mächtigsten Staaten nicht nur die
Aufrechterhaltung der Auspressung des Mehrwerts angesichts des Widerstandes der
Werktätigen im Dienstes des Kapitals insgesamt, sondern verteidigen auch die
Interessen der nationalen Fraktionen des Weltkapitals gegenüber ihren
KonkurrentInnen.
Die
Europäische Union ist selbst das Werk von Staaten, vor allem der alten
imperialistischen Mächte des Kontinents. Was die PolitikerInnen, die WissenschafterInnen
und die bürgerlichen JournalistInnen den „europäischen Aufbau“ nennen, beruhte
von Anfang an auf hinter den Kulissen getroffenen Vereinbarungen zwischen den
Exekutivmächten Frankreich und Deutschland, auch wenn diese von Großbritannien,
Italien, dem Spanischen Staat und den Niederlanden flankiert wurden.
Seit den
50er Jahren wurden zwischen einigen kapitalistischen Staaten Abkommen
geschlossen, um die Enge ihrer Territorien zu überwinden und die Erstickung
ihrer nationalen Wirtschaften, die durch den Verlust der osteuropäischen Märkte
und der Kolonialreiche verstärkt wurde,
zu vermeiden. So wurde eine erste Freihandelszone geschaffen: Zuerst die der
drei kleinen „Benelux“-Staaten 1948, danach die sechs Länder der Europäischen
Wirtschaftsgemeinschaft 1957 (Deutschland, Frankreich, Italien, Niederlande,
Belgien, Luxemburg). Das ist die Grundlage dieses vorgeblichen „Europa“ , das
1992 in Europäische Union umbenannt wurde: Ein Kompromiss zwischen nationalen
Bourgeoisien, um die Akkumulation des Kapitals vom Hindernis ihrer eigenen
Grenzen zu befreien. Der regionale Vertrag wurde 1973 auf Großbritannien,
Irland und Dänemark ausgedehnt; 1981 auf Griechenland; 1986 auf Spanien und
Portugal; 1995 auf Schweden, Finnland und Österreich; 2004 auf Polen, Ungarn
und die Tschechische Republik, Slowenien, die Slowakei, Lettland, Litauen,
Estalnd, Malta und Zypern.
Deutschland
und Frankreich haben alle Etappen der EU kontrolliert – seit der Schaffung der
EGKS (Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl [Montanunion]) 1951 bis zur
Gründung der EU 1992. Keine wesentliche Entscheidung der EU (von der Annahme
des Euro 1999 bis zur Erweiterung um zehn Länder 2004) wurde ohne Zustimmung
der Verwaltungen der deutschen und französischen Staaten getroffen. Darüber
hinaus können die deutschen und französischen Staaten jederzeit die Regeln
brechen, wenn ihnen dies ihre Interessen diktieren, wie es 2003 und 2004 der
Fall war, als die Budgetdefizite bei weitem die Kriterien der Verträge von
Maastricht 1992 und Amsterdam 1997 überschritten. Vermittels der
Premierminister und anderer Regierungsmitglieder befindet sich die Europäische
Union unter der Kontrolle der Großunternehmen dieser Länder. Die Europäische
Kommission in Brüssel, weit davon entfernt, die Macht zu haben, ist mit der
Umsetzung dieser Politik betraut.
Die neue Konstitution stellt in keiner Weise diese
Grundlagen der EU in Frage.
In einigen
Ländern planen die Regierungen, die Mitgliedschaft der Türkei bei der EU und
den Vefassungsentwurf der EU einer Volksabstimmung zu unterziehen.
Dieser
Entwurf einer neuen Verfassung, der vom ehemaligen Präsidenten der Fünften
Französischen Republik, Giscard d'Estaing, redigiert wurde, garantiert die
Kontrolle der großen Mächte über die EU und ihre Vorherrschaft über die anderen
Mitgliedsstaaten. Einerseits treffen immer die Regierungen die grundlegenden
Entscheidungen, auch wenn das Europäische Parlament in einigen Belangen
(Budget, innerer Markt, Migration...) ein Wörtchen mitreden darf; andererseits
werden die Entscheidungen entweder einstimmig (Steuern, Sozialpolitik ...)
getroffen oder mit einer „qualifizierten Mehrheit“, welche die Zustimmung von
mindestens 15 Staaten erfordert, die 65 % der Bevölkerung (Artikel I-23, I-25
...) vertreten. Somit können Frankreich und Deutschland jede sie störende
Entscheidung lähmen.
In
Konsequenz schreibt der Entwurf die ökonomische Beherrschung des gesamten
Kontinente durch die imperialistischen Staaten, aber auch die Beibehaltung der
Monarchien und (christlicher) Staatsreligionen sowie die weitere Festhaltung
der unterdrückten Völker Europas in den bestehenden Staaten fest. In der
Präambel bezieht sich der Entwurf sogar auf die Religion als fundamentalen
Wert; er verpflichtet die EU zur Konsultierung der Kirchen (Artikel I-52).
Unter dem Vorwand des „Kampfes gegen den Terrorismus“ , sieht die „europäische
Verfassung“ die Zusammenarbeit der Staaten, Polizeiapparate und Geheimdienste
gegen die beherrschten Länder und revolutionäre Organisationen vor (Artikel
I-42, III-271, III-276, III-309).
Keine
bewusste ArbeiterIn kann eine solche Verfassung unterstützen. Darüber hinaus
können sie sich nicht mit jenen zusammen tun, die der Verfassung den
Chauvinismus, den Block mit „ihrer“ Bourgeoisie und die Spaltung der
ArbeiterInnenklasse entgegensetzen wollen.
Weil der
Horizont des Reformismus nicht über den Kapitalismus hinausgeht, versuchen die
FührerInnen der ArbeiterInnenmassenorganisationen und ihre zentristischen
Verbündeten die ArbeiterInnen in ein Dilemma zu stürzen, dessen
Wahlmöglichkeiten beide kapitalistisch sind. Sie gestehen den europäischen
Kapitalismen die Fähigkeit zu, den Kontinent zu vereinigen. Der Großteil von
ihnen ist darüber erfreut, da sie wie entscheidende Fraktionen ihrer
herrschenden Klassen glauben, dass dies der einzige Rahmen wäre, um der
amerikanischen Konkurrenz widerstehen zu können; andere wiederum bedauern dies
gemeinsam mit einer Minderheitsfraktion ihrer herrschenden Klasse und versuchen
die Privilegien „ihrer“ Nation gegen das „Diktat aus Brüssel“ zu verteidigen.
In den
einzelnen Staaten wird die Diskussion der neuen Verfassung die Parlamente
passieren oder durch Volksabstimmugen erfolgen. Im Falle eines Referendums
dürfen sich die Arbeiter weder für diese Verfassung noch für die Beibehaltung
der alten Verfassung, die in Form des Nizza-Vertrages 2001 angenommen wurde,
aussprechen.
Die
friedliche Vereinigung des Kontinents wäre ein historischer Fortschritt. Aber
die Bourgeoisie ist in der imperialistischen Epoche unfähig, dorthin zu
gelangen. Die Wirtschaft erstickt im Gefängnis des Privatbesitzes und der von
der vorhergehenden historischen Periode ererbten Grenzen. Die Bourgoisien
Großbritanniens, Frankreichs. Italiens, Deutschlands ... können sich nicht von
ihren Nationalstaaten lösen, die als Instrument gegen ihr Proletariat und die
die konkurrierenden Bourgeoisien unerlässlich sind.
Die
Vereinigung Europas ist die historische Aufgabe der einzigen fortschrittlichen
Klassen unserer Epoche, des Proletariats. Der wachsende Widerspruch zwischen
der Entwicklung der Produktivkräfte, ihrer Tendenz zur
Internationalisierung und
Sozialisierung und den kapitalistischen Produktionsverhältnissen kann nur durch
eine soziale Revolution überwunden werden, die von jener Klasse durchgeführt
wird, die das Produkt des Kapitalismus, seine Existenzgrundlage und seine
potenzielle Negation darstellt. Sie ist ständig mit den KapitalistInnen
konfrontiert, die sie ausbeuten, und sie hat durch ihre numerische Stärke, ihre
Konzentration und ihren Platz in der Produktion die Fährigkeit, die Klasse der
AusbeuterInnen zu stürzen. Die Selbständigen spielen eine immer geringere Rolle
in der Güterproduktion.
Um diese
historische Aufgabe erfüllen zu können, muss das Proletariat seine
Unabhängigkeit von der Bourgeoisie und
allen ihren politischen Fraktionen behaupten.
Es ist
möglich, das die ArbeiterInnen in einem bestimmten Land in einem Referendum die
Gelegenheit sehen, sich gegen eine bestehende bürgerliche Regierung
auszusprechen, egal, wie ihre Zusammensetzung aussieht: Reformistische Partei,
Koalition zwischen reformistischen und bürgerlichen Parteien, rein bürgerliche
Parteien. Aber diese Referenden dienen der Spaltung der Reihen der
ArbeiterInnen. Nicht durch ihr „Nein“ drücken die ArbeiterInnen ihre Stärke
aus; vielmehr werden die Kampagnen für ein „Nein“ die Gelegenheit für eine
Entfesselung des Chauvinismus und der AusländerInnenfeindlichkeit. vor allem
gegen die TürkInnen, sein. Dort, wo es eine Befragung der WählerInnen über die
Änderung der europäischen Verfassung gibt, können die bewussten ArbeiterInnen
sie nur boykottieren: Weder Vertrag von Nizza noch die Konstitution Giscards!
Weder nationaler Rückzug noch eine Parodie der europäischen Einheit!
So wie im
Falle des derzeitigen russischen Staates liegt ein Teil des Territoriums des
türkische Staates in „Europa“ und ein größerer Teil in „Asien“. Seit 1963 war
die Türkei mit der EWG assoziiert, seit 1995 umfasst dieser Vertrag eine
Zollunion. Die aufeinanderfolgenden türkischen Regierungen haben seit 1987 den
Beitritt zur Europäischen Union gefordert.
Gewisse
bürgerliche Parteien widersetzen sich dieser Forderung, weil sie der EU
feindlich gegenüber stehen und auf die Ausländerfeindlichkeit setzen (mit dem
Gespenst einer massiven Zuwanderung), andere wiederum, weil sie höher Kosten
erwarten (falls die „Gemeinsame Agrarpolitik“ der EU auf die Türkei angewandt
wird), viele beschwören die Risiken für die dominierende Ideologie, da die
türkische Bevölkerung mehrheitlich muslimisch ist und die EU von christlichen
PolitikerInnen gegründet wurde und der Kampf gegen den „islamistischen
Terrorismus“ breit gefächert verwendet wird, um die Angriffe auf die
demokratischen Freiheiten zu legitimieren.
Andererseits
führt die Möglichkeit, den europäischen Markt um ein großes Land zu erweitern
und die Türkei dem Einflussbereich der USA zu entreissen, zahlreiche Sektoren
der europäischen Bourgeoisien in Versuchung. Bis jetzt verzögert der
Europäische Rat (der Exekutivausschuss der EU, der von den
MinisterpräsidentInnen der Mitgliedsstaaten gebildet wird) den Beitritt des
türkischen Staates. Die Ratssitznug am 16. und 17. Dezember 2004, die ganz
dieser Frage gewidmet war, beschloss ... neue Verhandlungen zu eröffnen...
Das
Proletariat und die revolutionären KommunistInnen im türkischen Staat müssen
die Mitgliedschaft des Landes in der NATO, die Allianz mit Israel, die
amerikanischen Militärbasen und jede Unterwerfung des Landes unter den
deutschen und französischen Imperialismus durch die türkische Bourgeoisie
bekämpfen. Sie müssen alles Illusionen der türkischen und kurdischen
ArbeiterInnen in die EU, gleichzeitig aber auch jeden Rückzug auf den
kemalistischen bürgerlichen Nationalismus oder Islamismus zurückweisen.
Das
kurdische Volk muss frei über seinen Verbleib im türkischen Staat oder seine
Loslösung von den bestehenden bürgerlichen Staaten im Nahen Osten entscheiden
können. Je nach dem Verlauf der historischen Entwicklung wird das türkische
Proletariat frei darüber entscheiden, ob es sich den Vereinigten
Sozialistischen Staaten Europas oder den Vereinigten Sozialistischen Staaten
des Nahen Ostens anschließen wird.
Die
ArbeiterInnenvorhut der EU-Staaten kann diese Ausschließungs- oder
Akzeptierungsmotive nicht hinnehmen. Gegen jede Form des Chauvinismus, gegen
jeden imperialistischen Zugriff auf die Türkei, um die ArbeiterInnen des
gesamten Kontinents und das Proletariat jedes europäischen Landes, das eine
Fraktion türkischer Nationalität oder türkischer oder kurdischer Herkunft
umfasst, zu vereinen, muss sie sich für die bedingungslose Reisefreiheit und
das bedingungslose freie Niederlassungsrecht für ArbeiterInnen aus dem
türkischen Staat in ganz Europa und für die Ausdehnung aller Errungenschaften
der ArbeiterInnenbewegung in West- und Nordeuropa auf ihre Klassenbrüder- und
-schwestern in der Türkei aussprechen.
Jeder
Versuch der Bourgeoisie, die ArbeiterInnen dazu zu bewegen, sich bezüglich des
Beitritts der Türkei zur EU auszusprechen ist eine Falle. Weder die
ArbeiterInnen der Türkei noch die ArbeiterInnen der EU können in diesem
bürgerlichen Dilemma einen politischen Sieg erringen, da es sie automatisch an
die Seite einer der beiden Tendenzen des Klassenfeindes stellt: Der
AnnexionistInnenoder der ChauvinistInnen. Die Konsequenz kann nur sein, dass im
Falle eines Referendums über diese Frage die Losung des Proletariats der
Boykott sein muss.
Die Perspektive, die der Kapitalismus den europäischen
Völkern eröffnet, ist die des Niedergangs, des sozialen Rückschritts, der
Massenarbeitslosigkeit, des wachsenden Wettbewerbs zwischen imperialistischen
Mächten, der Weltwirtschaftskrise und
des Krieges.
Aber die ArbeiterInnenklasse, erstes Opfer der andauernden
Verschlechterung der Lebensbedingungen der überwältigenden Mehrheit der
Bevölkerung, verfügt über die Fähigkeit, dem ein Ende zu machen und Europa zu
vereinigen. Das Proletariat muss also die Führung aller Unterdrückten und
Ausgebeuteten übernehmen.
Der offenen oder maskierten Koalition mit der Bourgeoisie,
wie sie von der alten Sozialdemokratie und dem erneuerten Stalinismus
praktiziert wird, setzen die BolschewistInnen die Einheitsfront aller
ArbeiterInnen gegen die Bourgeoisie, die gemeinsame politische und Forderungen
betreffende Achse aller ArbeiterInnenorganisationen gegen die bürgerlichen
Regierungen, ihre Staaten und die EU entgegen, bis zu deren endgültigen Sturz.
Wir fordern von allen Parteien und Organisationen, die
sich auf das Proletariat stützen, den politischen Bruch mit der Bourgeoisie und die Verteidigung
eines Programmes der ArbeiterInnen. Die BolschewistInnen werden sie
unterstützen, wenn sie folgenden Weg einschlagen:
● Verbot von
Entlassungen ohne gleichwertige Ersatzarbeitsplätze!Verteidigung aller
proletarischen Errungenschaften! Erziehung, Gesundheitseinrichtungen und
Wohnraum für alle! Nein zur Arbeitslosigkeit!
● Nein zu
Flexibilisierung und Anti-Gewerkschafts-Gesetzen! 35-Stunden-Woche ohne
Flexibilisierung! Senkung der Arbeitslosigkeit durch Aufteilung der Arbeit auf
alle! Gleitende Lohnskala! Allgemeine Anhebung der Löhne und Pensionen,
Anpassung und Indizierung der Löhne entsprechend der Inflation!
● der Mehrwertsteuer und aller Steuern auf den
Massenkonsum! Keine Subventionen für Großunternehmer! ArbeiterInnenkontrolle
über die Industrie und die Dienstleistungen! Enteignung der Banken und
multinantionalen Konzerne! Für einen Produktionsplan unter Kontrolle der
Massen!
● Für
Einheitsgewerkschaften die in jeder Branche alle ArbeiterInnen, unabhängig von
ihren Qualifikationen und Berufen, zusammenfassen! Volle Demokratie in den
Gewerkschaften! Nein zur Mitverwaltung! Keine Diskussionen über Regierungs-
oder Unternehmerpläne, die sich gegen die ArbeiterInnen richten!
Vollversammlungen und gewählte Komitees, um die Kämpfe zu kontrollieren und
führen!
● Wirkliche
Gleichstellung von Männern und Frauen! Freies Recht auf Abtreibung! Gleiche
Rechte für alle, unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung!
● Laizismus in ganz
Europa! Trennung von Kirche und Staat!
Verbot jeglicher Finanzierung von Religionen, Geistlichen und Privatschulen
durch den Staat und seine Gemeinden! Beseitigung jeder religiösen Erwähnung auf
Personaldokumenten und in staatliche Unterlagen! Befreiung der Jugend von
jeglicher klerikaler Kontrolle!
● Unabhängigkeit
für die letzten europäischen Kolonien! Selbstbestimmungsrecht für die
KosovarInnen, die BaskInnen, die IrInn/en, die KurdInnen, etc.!
● Beseitigung des
Schengen-Abkommens! Offene Grenzen für alle ArbeiterInnen! Eingewanderte
ArbeiterInnen müssen gleiche Rechte und das Recht auf Staatsbürgerschaft
erhalten!
● Freiheit für alle
revolutionären Militanten, GewerkschafterInnen und AktivistInnen der
unterdrückten Nationen! Selbstverteidigung von Streiks, Demonstrationen und
ArbeiterInnenorganisationen! Auflösung der nationalen Berufsheere und der
polizeilichen Repressionskräfte!
● Beseitigung aller
Monarchien! Für die Beseitigung aller „privilegierten zweiten Kammern“ (Senat,
House od Lords etc.), für die Absetzbarkeit gewählter politischer
VertreterInnen, Begrenzung ihrer Bezüge auf jene einer TechnikerIn!
● Keine
militärischen Drohungen gegen China, Nordkorea, den Iran und Syrien! Schließung
aller amerikanischen Militärbasen! Austritt aus und Auflösung der NATO!
Entwaffnung der „Schnellen Europäischen Eingreiftruppe“!
● Annullierung der
Schulden der armen Länder! Für die Verteidigung der kollektivierten Ökonomien
Kubas, Nordkoreas und Vietnams! Imperialistische Truppen – raus aus Cote
d'Ivoire, Haiti, Bosnien, Kosovo, Afghanistan, Irak – jetzt!
ArbeiterInneneinheitsfront zur Verhinderung von Militärtransporten und
Nachschublieferungen! Sieg für den Irak! Für die Niederlage des Imperialismus!
● Gegen alle
kapitalistischen Verträge und Abkommen der EWG und der EU, von 1957 bis zum
Verfassungsentwurf, die den Kapitalismus und die Beherrschung des Kontinents
durch Frankreich und Deutschland festschreiben! Für ArbeiterInnenregierungen in
allen Ländern Europas! Für die Vereinigten Sozialistischen Staaten von Europa!
Jede ernsthafte Forderung der Massen steht im Widerspruch
zum Privateigentum an den Produktionsmitteln. Daher müssen sich die ArbeiterInnen
vereinigen, um den bürgerlichen Staat zu stürzen, der die Machtausübung einer
kleinen Minderheit über die ganze Gesellschaft garantiert und ihr ermöglicht,
auf Kosten der Arbeit anderer zu leben. Nur eine ArbeiterInnenregierung kann
die Zukunft garantieren! Sie wird die Aufgabe haben, die Expropriateure zu
expropriieren, die Großbetriebe unter die Kontrolle der assoziierten
Produzenten zu stellen und damit zu beginnen, die Gesellschaft auf einer
vernünftigen, und daher internationalen und schließlich weltumspannenden
Grundlage zu organisieren.
Alle vorherigen sozialen Errungenschaften der
ArbeiterInnenklasse in Osteuropa wurden liquidiert, weil die usurpatorische
Bürokratie nicht davongejagt wurde und schlußendlich den Kapitalismus
restaurieren konnte. Alle politischen und sozialen Errungenschaften der
ArbeiterInnenklasse in Westeuropa werden beschnitten und bedroht, weil die
Bourgeoisie dank der Komplizenschaft der reformistischen Parteien und der
Gewerkschaftsapparate die Macht bewahren konnte. Das Proletariat darf die
kommenden revolutionären Gelegenheiten nicht verstreichen lassen, weil sonst
alle Facetten der kapitalistischen Barbarei neu aufleben werden:
Wirtschaftskrise, Faschismus und Krieg.
Während der vorhergehenden weltrevolutionären Welle hat
das europäische Proletariat neuerlich seine Kampfkraft gezeigt: Belgien 1961,
Frankreich und Tschechoslowakei 1968, Italien 1969, Polen und Großbritannien
1970, Türkei 1971, Irland und Portugal 1974, Spanien 1976, Polen 1980 .... In
jüngster Zeit, angesichts der Gegenoffensive der Weltbourgeoisie, haben als
Widerstand gegen die lokalen Angriffe auf
soziale Errungenschaften und gegen die imperialistischen Kriege
Streikbewegungen und Massendemonstrationen in Spanien, Italien, Griechenland,
Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Österreich... stattgefunden. In London war die Demonstration vom 15. Februar
2003 die wichtigste in der ganzen Geschichte des Landes.
Allerdings sind die spontanen Proteste der Arbeiter/innen
und der Jugend nicht ausreichend. Sie finden gegen die Gewerkschaftsbürokratien
und die traditionellen Parteien der Arbeiter/innen/klasse statt, die ihre
Kämpfe blockieren und ablenken, weil sie Diener der bürgerlichen Staaten sind,
die ihre Dienste kaufen. Kleinbürgerliche NationalistInnen (SSP, Batasuna, die
IRA ...), islamistische Strömungen und christliche Jugendorganisationen, „altermondialistische Strömungen“ wie ATTAC
und die „Grünen“ tragen zur Verwirrung des Proletariats und der Jugend bei.
Alle diese Scharlatane nähren in den Massen den Mythos eines „anderen Europa“,
das etwas weniger „liberal“, aber trotzdem kapitalistisch, sein soll, oder
spalten die Massen bezüglich von Fragen des Geschlechts, der Nationalität, der
Rasse oder der Religion.
Quer durch Europa verteidigen die bürgerlichen
ArbeiterInnenparteien und die Gewerkschaftsbürokratien die
Klassenkollaboration, die sie tagtäglich praktizieren: Sie leben von den
Brosamen, die ihnen die Bourgeoisie zugesteht, damit sie ihre grundlegenden
Interessen vertreten, die denen des Proletariats vollkommen widersprechen. Der
Großteil der europäischen sozialdemokratischen Parteien und der Parteien mit
stalinistischem Ursprung fordern seit der Restauration des Kapitalismus in Russland, an der sie teilhatten, nicht
einmal mehr formal den Sozialismus, sondern glauben an ein „soziales Europa“ -
als ob die kapitalistische Europäische Union die sozialen Bedürfnisse der Massen
befriedigen könnte.
In der Praxis akzeptieren und diskutieren die
reformistischen Parteien die arbeiterInnenfeindlichen Pläne, verhindern die
Generalstreiks und die ArbeiterInnenselbstverteidigung, sie predigen das
Vertrauen in die Polizei und die Armee und stärken die Repressivkräfte,
paktieren mit den bürgerlichen Parteien oder unterstützen die Repräsentanten
der Bourgeoisie, akzeptieren den Stiefel Israels auf Palästina, sind
KomplizInnen bei der Unterdrückung der Völer in Europa, unterstützen die UNO
und die Interventionen ihrer Truppen. Wenn sie an der Regierung sind, setzen
sie selbst Privatisierungen und arbeiterInnenfeindliche Maßnahmen durch und
deportieren oder kerkern ArbeitsmigrantInnen ein.
Ihre Verbündeten von der „extremen Linken“ beschränken
sich wie sie auf die Forderung nach einem „anderen Europa“ ... ohne zu sagen,
welches. Die verwegensten dieser ZentristInnen schwätzen von einem „Europa der
ArbeiterInnen“ ohne Sozialismus, ohne Revolution und vor allem ohne Diktatur
des Proletariats, also einem völlig illusorischen Europa. So wollen entwa in
Frankreich Lutte Ouvrière und die LCR die Europäische Union, diese Koalition
bürgerlicher Staaten, in ein „Europa der ArbeiterInnen“ verwandeln, während die
ArbeiterInnenpartei PT der EU die Verantwortung für alle Probleme zuschiebt ,
so wie es die reaktionärsten bürgerlichen Parteien tun. Die LiquidatorInnen der
IV. Internationale bilden faktisch den linken Flügel des Reformismus und haben
sich im Kapitalismus eingerichtet und
an den bürgerlichen Staat angepasst.
Seit langem befürworten einige den parlamentarischen Weg
(ex-Militants) und verneinen immer offener die Revolution. In Frankreich rufen
die ZentristInnen zur Wahl Chiracs auf (LCR), verteidigen die bürgerliche
„Republik“ (PT), unterstützen Demonstrationen von Polizeioffizieren (LO) oder
das Gesetz gegen das Kopftuch bei jungen afrikanischen Frauen oder Frauen aus
dem mittleren und Nahen Osten (LCR, PT, LO). In Großbritannien geben sie den
Kampf für ein weltliches und demokratisches Palästina, für das Recht auf
Abtreibung und für die Beseitigung der Einwanderungskontrollen auf (SWP). Quer
durch Europa integrieren sich die PseudotrotzkistInnen und die Reste des
Maoismus in die korrumpierten gewerkschaftlichen
Apparate oder bauen selber welche auf (SUD in Frankreich). Die gezähmten „TrotzkistInnen“ und die
anarchistischen KleinbürgerInnen unterstützen enthusiastisch das
„Weltsozialforum“, das von den christlichen Kirchen und ihren runderneuerten
stalinistischen FreundInnen, von den
durch bürgerliche Staaten finanzierten NGOs und den grünen Parteien geleitet
wird.
Die Libertären und AnarchistInnen wenden sich gegen den
Aufbau einer revolutionären ArbeiterInnenpartei. Die AnarchistInnen überlassen
so das Proletariat den Händen der AgentInnen der Bourgeoisie. Jene, die sich
gelegentlich auf den Marxismus berufen, sehen ihre gemeinsame politische
Perspektive in der „breiten“ Partei, die nicht klar abgegrenzt ist und vorgibt,
die Situation der ArbeiterInnen im Rahmen des Kapitalismus verbessern zu
können. Sie errichten kleine Formationen, die beanspruchen, den Platz der
bürgerlichen ArbeiterInnenparteien der Nachkriegszeit einnehmen zu wollen oder
benehmen sich wie Krücken der „sozialistischen“ und „kommunistischen“ Parteien,
die durch ihre loyale Verwaltung des Kapitalismus in den Regionen, den
nationalen Regierungen und der Europäischen Union mehr und mehr diskreditiert
sind.
In Frankreich ist die ex-PCI in einer reformistischen und
chauvinistischen Partei verschwunden, die sie selbst aufgebaut hat; in
Großbritannien hat die Mehrheit der Militan-Strömung, die aus der Labor Party
ausgeschlossen wurde, eine „Socialist Party“ auf dem traditionellen
reformistischen Programm des linken Labourismus aufgebaut. Ebenfalls in England
machen sich SWP und ISG für eine Partei namens „Respect“ gemeinsam mit
IslamistInnen und George Galloway stark, einem Labour-Abweichler, der gegen die
Abtreibung und Verfechter der Einwanderungskontrolle ist, nachdem ihr
vorhergehendes neoreformistisches Projekt („Socialist Alliance“) gescheitert
ist. Anderswo unterstützen die PseudotrotzkistInnen seit mehr als einem
Jahrzehnt reformistische Formationen stalinistischer Herkunft (PRC in Italien,
IU im Spanischen Staat, PDS in Deutschland, PCF in Frankreich ...). Andere, und manchmal sogar die gleichen,
haben sich direkt hinter die Sozialdemokratie gestellt (den Bürgermeister von
London, die Führung und Parlamentsfraktion der PS in Frankreich...). Mitunter haben sich AnarchistInnen, MaoistInnen
und TrotzkistInnen, die ihre Vergangenheit abgelegt haben, sogar politischen
Parteien ohne jeden Bezug zur ArbeiterInnenklasse angeschlossen: Den deutschen
Grünen, den katalanischen NationalistInnen, den schottischen NationalistInnen
...
Alle diese Organisationen haben mit der Revolution nichts
mehr zu tun.
Um sich verteidigen und seine Zukunft vorbereiten zu
können, braucht das Proletariat eine neue Führung, eine Partei
bolschewistischen Typs, internationalistisch und revolutionär, die mit allen
proletarischen Mitteln für den Rückzug der Armeen der europäischen
Imperialismen aus dem Irak, Afghanistan, Serbien Bosnien, Côte d'Ivoire, Haiti,
für die Niederlage des Imperialismus kämpft.
Es muss ebenfalls an der Seite des Proletariats der anderen Länder und
auf Seiten der von den europäischen, japanischen und amerikanischen
Imperialismen unterdrückten Länder stehen. Im besonderen muss es die
angegriffenen Völker wie jene des Irak, die PalästinenserInnen,
TschetschenInnen und KurdInnen schützen.
Die Aufgabe der InternationalistInnen, die beste Hilfe,
die sie der Weltrevolution gewähren können, ist der Sturz der eigenen
Bourgeoisie. In jedem Land wird eine Voraussetzung dafür der Vorschlag der
Einheitsfront aller ArbeiterInnenorganisationen zur Abwehr aller Arten von Angriffen des Kapitals und des
bürgerlichen Staates sein.
Die europäische ArbeiterInnenvorhut muss sich in einer
marxistischen Internationale und revolutionären ArbeiterInnenparteien in allen
Ländern zusammenschließen, deren Errichtung das Ziel der
leninistisch-trotzkistischen Kerne ist. Einer Internationale, die in jedem Land
den Klassenkampf gegen die eigene Bourgeoisie bis zum Ende führt, bei der
Schaffung von ArbeiterInnen- und BäuerInnenmilizen hilft, den Sturz des
bürgerlichen Staates anführt und eine ArbeiterInnen/regierung schafft, welche
die Kapitalist/innen enteignet und den Weg für die Vereinigten Sozialistischen
Staaten von Europa frei macht. Diese Föderation wird allen
ArbeiterInnenrepubliken offen stehen, die sich ihr anschließen wollen, von der
Türkei bis Norwegen, von der Schweiz bis Russland, denn sie kann nur eine
Etappe auf dem Weg zur Weltföderation der Räte sein.
Die Einigung des Kontinents kann ohne die soziale
Revolution nicht verwirklicht werden. Diese Revolution kann nur von der Klasse
getragen werden, die nichts zu verlieren hat, die ausgebeutet wird, die
internationalistisch und nicht nationalistisch ist. Der Sieg der Revolution in
Europa würde eine Inspiration für die Revolution in Amerika und auf der ganzen
Welt sein, um schließlich die Bedingungen für das Verschwinden des Staates und
die Beseitigung der sozialen Klassen zu schaffen.
Europa ist die Wiege des Kapitalismus. Daher ist das
moderne Proletariat zuerst in Europa aufgetreten, das zugleich Schauplatz der
ersten Revolutionen und der ersten Machtergreifungen durch die ArbeiterInnen
war: 1871 in Paris und 1917 in Moskau und Petrograd. Auch wenn der Kapitalismus
schließlich in Russland wiedererrichtet wurde, wenn die scheinbar gesicherten
Errungenschaften Stück für Stück zunichte gemacht werden, hat das Proletariat
Europas sein letztes Wort noch nicht gesprochen. Morgen wird es an den Weg
anknüpfen, den die Pariser Commune und vor allem der Oktober 1917 vorgezeichnet
haben: Es wird die Macht ergreifen.
Bauen wir die Internationale auf, deren rote Banner
verkünden werden: Lang lebe die Einheit der ArbeiterInnen und BäuerInnen der
ganzen Welt! Für den Sturz der Bourgeoisie in jedem Land! Für die weltweite
Republik der ArbeiterInnenräte!
9. April 2005
Groupe Bolchevik
(Frankreich), Grupo Germinal (Spanischer Staat), Lucha Marxista (Peru)