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Französische Truppen, raus aus Afrika!

Erklärung der Groupe Bolchevik (Bolschewistische Gruppe) / Kollektiv Permanente Revolution

 

 

Vom 24. November bis 10. Dezember 2006 intervenierte die französische Armee mit einer Fliegerstaffel des Types Mirage F1 um die zentralafrikanische Armee zu unterstützen. Während derselben Periode unterstützte sie materiell (Treibstoffe, Aufklärung, Munition) die tschadische Staatsmacht, die ebenfalls mit Rebellionen aus dem Kreis ihrer nationalen Armee konfrontiert war.

Die SoldatInnen und Flugzeuge des französischen Staates, begleitet durch die FOMUC (Multinationale Streitmacht in Zentralafrika), ermordeten zumindest 72 Personen in den Reihen der rebellierenden Gruppe der zentralafrikanischen Armee. Die Konfrontationen im Tschad verursachten auch dutzende Tote und hunderte Verletze.

Am 14.Dezember nahmen die Armeen der beiden „Freunde Frankreichs“, der Präsident Zentralafrikas, Francois Bozizé, und der Präsident des Tschad, Idriss Déby, die Positionen, die sie aufgegeben hatten wieder ein, indem sie ihre ihrer Rivalen zurückschlugen.

Die zentralafrikanischen Dissidenten flohen an die Grenze zum Sudan, nicht weit von Darfur. Im Tschad unterzeichnete am 26. Dezember ein Teil der ehemaligen Militärs in Anwesenheit des libyschen Präsidenten Mouammar Ghadafi und mit dem Segen von Chirac und Villepin einen Friedensvertrag. Wie die Oppositionellen im Norden von Côte d'Ivoire angesichts von Präsident Gbagbo folgten die rebellierenden Offiziere der zentralafrikanischen Republik und des Tschad dem Beispiel der an der Macht befindlichen Staatschefs. Idriss Déby ergriff die Macht, nachdem er 1990 den Diktator Issen Habré davongejagt hatte; Francois Bozizé stürzte 2003 den zentralafrikanischen Tyrannen Ange-Félix Patassé. Beide hatten den Nachbarstaat Sudan als Hinterland und beide erhielten die Unterstützung der französischen Regierungen, also Mitterrand-Rocard und Chirac-Raffarin.

Bei einem Besuch in N’Djamena unterstrich Premierminister Villepin, dass der französische Imperialismus nicht vorhabe, seinen Konkurrenten Platz zu machen:

„In der ganzen Region ist das französische Militär präsent und es ist eine Region, in der  wir eine historische Verantwortung haben, daher hoffen wir, unseren Beitrag  für die Stabilität dieser Länder leisten zu können.“ (Domnique de Villepin, RFI, am 30.11.2006)

Im Tschad sind 1.200 französische SoldatInnen, in der Zentralafrikanischen Republik 300, und auf dem ganzen Kontinent insgesamt fast 10.000 (Djibouti, Senegal, Kongo, Gabun, Coté d’Ivoire,…) stationiert. Um ihre ökonomische und strategische Stellung zu garantieren, vereinbarte die V. Republik mit den einstigen Kolonien zahlreiche „Verteidigungspakte“ und „militärische Kooperationen“, die Basen für das französische Militär gewähren. Sei es de Gaulle, Giscard, Mitterand oder Chirac – nichts hat sich geändert. Der französische Staat hat mehr als einmal Diktaturen unterstützt, wenn nicht sogar eingesetzt; die französische Armee hat die Architekten des Völkermordes an den Tutsi in Ruanda im Jahr 1994 ausgebildet und gedeckt; die französische Armee hat vor kurzem eine Demonstration ihrer Macht gegeben, indem sie die Luftstreitkräfte Coté d’Ivoires im Jahr 2004 wegen der Forderungen von Präsidenten Gbagbo zerstörte.

Die Entdeckung von Erdöl und die Förderung von 200.000 Barrel Rohöl seit 2004 im Tschad ist Quelle der Profitgier, genauso wie bei den Erdölreserven in der sudanesischen Provinz Darfur. Die US-amerikanischen Konzerne teilten sich den Hauptteil der tschadischenen Fördergebiete, aber Total konnte Exxon und Shell einen Anteil von 20% an dem Konsortium, das zur Ausbeutung des größten Erdölfeldes, das jemals in Zentralafrika entdeckt wurde, errichtet wurde, dank der Intervention von [Tschads Präsident] Deby entreißen.

Im gleichen Moment, in dem die Armee Chiracs in Zentralafrika intervenierte, unterstützte die Administration Bush offen die Invasion von Äthiopien in Somalia. Afrika bleibt unterentwickelt trotz seiner natürlichen Ressourcen. Die korrumpierten politischen Mächte der Region bleiben in politischer, militärischer und wirtschaftlicher Weise unter Druck des Imperialismus, vor allem Frankreichs und der Vereinigten Staaten. Die Plünderung und die Rivalitäten zwischen den kapitalistischen Kräften verschlimmern die Unterdrückung der ArbeiterInnenbewegung, die Unterdrückung der Frauen, die politische Instabilität, den Militarismus, die ethnischen Konfrontationen, die Massenumsiedlungen, die Genozide,… Die Hilfswerke, die NGOs und die humanitären Einrichtungen sind das ergänzende Element der europäischen und US-amerikanischen Einmischung und Kontrolle.

Jeglicher Fortschritt, kann nur durch das Ende der imperialistischen Einmischung, einer wirklichen Unabhängigkeit und einer Zusammenarbeit zwischen den Völkern der ganzen Welt geschehen. Aber die Gewerkschaften (CGT, CFDT, FO,…) und die alten ArbeiterInnenparteien (PS, PCF) decken die militärischen Interventionen des Präsidenten Chirac und der Regierung Villepin, Alliot-Marie, Sarkozy. Gegen den Geheimdienst und die französische Armee – ihre schlimmsten Feinde – muss die ArbeiterInnenklasse und die Jugend diese schändliche Mitschuld [der ArbeiterInnenparteien und der Gewerkschaften] bekämpfen und den FührerInnen der ArbeiterInnenbewegung eine Einheitsfront an der Seite des afrikanischen Proletariats aufzwingen. Die Vorhut Afrikas, Europas, Amerikas und der ganzen Welt muss sich in einer revolutionären ArbeiterInneninternationalen zusammenschließen.

Der Kampf der französischen ArbeiterInnenklasse und der Jugend gegen die imperialistischen Einmischungen wird zum Sturz der VertreterInnen der lokalen ausbeutenden Klassen, die Schaltstellen der imperialistischen Herrschaft sind, durch die ProletarierInnen und armen BäuerInnen Afrikas beitragen, zugunsten der Schaffung von ArbeiterInnen- und BäuerInnenregierungen in jedem Land als erstem Schritt hin zu den Vereinigten Sozialistischen Staaten von ganz Afrika. Der Kampf der französischen ArbeiterInnenklasse gegen ihre eigene Bourgeoisie wird auch den Zusammenschluss der französischen ArbeiterInnen fördern, von denen hunderttausende aus Afrika kommen, um mit der V. Republik Schluss zu machen, eine ArbeiterInnenregierung zu errichten und den Weg für die Vereinigten Sozialistischen Staaten von Europa freizumachen.

 

Nieder mit der Intervention der französischen Armee in Zentralafrika und dem Tschad!

Aufkündigung aller „Verteidigungsverträge!

Rückzug der französischen Truppen aus Afrika!

Schließung aller französischen Militärstützpunkte!

Einwanderungs- und Aufenthaltsrechte für alle afrikanischen StudentInnen und ArbeiterInnen!

 

Paris, 5. Jänner 2007