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Am 5. Februar erklärte der Präsident der französischen Republik: «Wenn
Frankreich seiner Pflicht im Tschad nachkommen muß, wird es
das tun», um grünes Licht von der UNO
zu bekommen. Bereits
am Vorabend hatte der UNO-Sicherheitsrat «entschieden
die Angriffe verurteilt, die von bewaffneten Gruppen gegen die Regierung des
Tschad verübt werden,» und an die „Mitgliedsstaaten
[der UNO appelliert], der Regierung des Tschad ihre Unterstützung zu gewähren,». Der französische Imperialismus hatte am gleichen Tag eine direkte
Warnung an die aufständischen tschadischen Truppen gerichtet, die N' Djamena
bedrohten. Sarkozy forderte die französische Luftwaffe auf, „die Grenze
zum Sudan auf der Seite des Tschad zu überfliegen
um zu überprüfen, daß es
keine Überfall von
Außen gäbe“. Vorher
hatte er die französischen
Militärverbände vor Ort, unter
dem Vorwand humanitärer
Erwägungen, verstärkt.
Dem
wichtigsten Anführer des tschadischen Aufstandes, General Mahamat Nouri,
zufolge, hat die französische Luftwaffe
die Stellungen der Rebellen «seit gestern Morgen bis um ein Uhr des heutigen
Morgens bombardiert», um das Regime vom Präsidenten Idriss Deby Itno zu schützen. Nouri beschuldigt Frankreich der
«direkten Intervention» in der Hauptstadt. Die französische Armee gibt selbst
zu, in den letzten Tagen Spionage und
logistische Hilfe geleistet zu haben. Im April 2006 hatte die französische
Armee der tschadischen Regierung mit Kraftstoff, Spionage und Aufklärung,
Munition und vor allem der Einschüchterung
der aufrührerischen Militärverbände durch ihre Luftwaffe Unterstützung
gewährt. Im März 2006, anlässlich eines
versuchten Staatsstreichs,, wurde Idriss Déby von Männern des 1. RPIM
(Fallschirmjägerregiment der Marineinfanterie) beschützt. 1990, in
der Zeit der Regierung Mitterrand-Rocard, hatten die französischen
Geheimdienste Déby bei seiner bewaffneten
Machtergreifung geholfen.
Um ihre wirtschaftlichen, diplomatischen und militärischen Positionen abzusichern, verfügt die 5. Republik über Stützpunkte mit 10.000 Soldaten im Tschad, aber auch in Dschibuti, Senegal, Kongo, Gabun, Côte d’Ivoire … Dank dieser Militäreinrichtungen hat sie unter de Gaulle, Giscard, Mitterrand, Chirac in mehr als einem afrikanischen Land eingegriffen, oft um Diktatoren einzusetzen oder an der Macht zu halten. Die französische Armee hat die Schlächter des Völkermordes an den Tutsis in Ruanda 1994 ausgebildet und gedeckt. 2004 hat die französische Armee die Luftwaffe Côte d’Ivoires zerstört. Sie hat den Präsidenten von Zentralafrika, Bozizé, militärisch gerettet. Sarkozy steht voll in der Tradition des französischen Imperialismus. Im Tschad wurden im Rahmen der « Operation Sperber » mehr als 1.000 Söldner des französischen Imperialismus stationiert , und Frankreich stellt zugleich einen « Verband für Militärhilfe und Ausbildung » (DAMI) zur Verfügung. Tatsächlich setzt sich diese Einheit aus Spezialkräften zusammen, und häufig dient das 1. und 8. RPIM als Aufklärungs- und Schutzeinheit – Verbände, die nicht gerade durch ihren Respekt vor den Menschenrechten glänzen.
Neben seiner strategischen Stellung ist der Tschad ein Ölförderland geworden, dessen Resourcen sich amerikanische, englischen und französische Erdölgesellschaften aufgeteilt haben. Die Außenminister der Mitgliedsstaat der Europäischen Union haben am 28. Januar die Entsendung von 3.700 Soldaten in den Tschad und nach Zentralafrika beschlossen («Operation Eufor Tschad RZA»), während 20.000 Soldaten auf Rechnung der UNO und der Afrikanischen Union vorgesehen sind (die «Minuad»).
So bleibt Afrika unterentwickelt, trotz seiner natürlichen und menschlichen Ressourcen. Die korrumpierten Regierungen bleiben den wirtschaftlichen, politischen und militärischen Pressionen der Imperialismen, in erster Linie Frankreichs und der USA, unterworfen. Die Ausplünderung und die Rivalitäten zwischen den kapitalistischen Mächten verschlimmern die Unterdrückung der ArbeiterInnenbewegung, die Unterdrückung der Frauen, die politische Instabilität, den Militarismus, die ethnischen Konflikte, die Massenumsiedlungen, die Völkermorde… Die karitativen Maßnahmen, die NGOs und «die humanitäre Einmischung» sind nur komplemäntere Erscheinungsformen zum Kolonialismus, zur europäischen und amerikanischen Dominanz.
In Frankreich müssen die ArbeiterInnenklasse und die Jugend, die ja auch zahlreiche ArbeiterInnen und StudentInnen afrikanischer Herkunft umfassen, die Ausplünderung durch die großen französischen kapitalistischen Konzerne brechen, die Einmischunge der Geheimdienste und der Armee, die die Interessen dieser Konzerne schützen, verhindern. Die Arbeiterinnenorganisationen, Parteien und Gewerkschaften, müssen eine Einheitsfront mit den afrikanischen ArbeiterInnen herstellen, um eine Intervention im Tschad zu verhindern.
Das impliziert keine Unterstützung der bewaffneten Opposition, welche die gleiche soziale und politische Natur wie das herrschende Regime hat und sich im Falle eines Sieges unweigerlich in ein Instrument der ausländischen Herrschaft verwandeln würde. Der Kampf der ArbeiterInnenklasse und der französichen Jugend gegen die imperialistischen Einmischungen wird im Gegenteil dazu beitragen, den Sturz der Repräsentanten der örtlichen Ausbeuterinnenklassen durch die ProletarierInnen und armen BäuerInnen Afrikas vorzubereiten, um ArbeiterInnen- und BäuerInnenregierungen zu errichten, welche die kapitalistischen Konzerne enteignen und die Vereinigten Sozialistischen Staaten von Afrika errichten werden.
Um einen koordinierten und effizienten Kampf gegen die imperialistischen Mächte wie Frankreich und ihre lokalen Verbündeten vom Schlage eines Déby zu führen, braucht es einen Rahmen geschwisterlicher Zusammenarbeit, eine revolutionäre ArbeiterInneninternationale.
Nein zu jeder Intervention der französischen Armee im Tschad, mit oder ohne Zustimmung
der UNO!
Denunzierung
aller offiziellen und geheimen Verträge zwischen Frankreich und dem Tschad!
Rückzug der französischen Truppen aus dem Tschad,
Côte d’Ivoire, Afghanistan, etc.!
Schließung aller
französischen Militärstützpunkte!
Volles Einreise- und Aufenthaltsrecht
für alle afrikanischen ArbeiterInnen und StudentInnen!
Paris, 5. Februar2008
Groupe Bolchevik