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Kollektiv Permanente Revolution
Freilassung der AktivistInnen der PFLP!
Schluss mit den Übergriffen der israelischen Armee in
Cisjordanien und Gaza!
Am 14.
März verließen die amerikanischen und britischen BeobachterInnen, die das
palästinensische Gefängnis von Jericho überwachen, überraschend ihre Posten.
Kurz danach begann die israelische Armee mit einem Angriff gegen das Gefängnis.
Nachdem sie zumindest einen Wächter und einen Gefangenen getötet und 18
Personen verwundet hatten, zogen sich die Truppen zurück und nahmen fünf
Aktivisten der Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP) mit, unter ihnen
Ahmad Saadat, der Abgeordneter und Generalsekretär der PFLP ist.
Die
Mitglieder dieser palästinensischen Organisation, die Teil der PLO ist, wurden
von der Palästinänsischen Autonomiebehörde auf Grund der Forderung Israels und
seiner imperialistischen UnterstützerInnen eingekerkert. Sie wurden
verdächtigt, 2001 das Attentat, bei dem der israelische Tourismusminister
Rehavam Zeevi ums Leben kam, organisiert zu haben. Zeevi war bekannt dafür, die
PalästinenserInnen als „Krebsgeschwür“ bezeichnet und ihre Deportation nach
Jordanien gefordert zu haben. Ahmad Saadat bestreitet jede persönliche
Verantwortung. Die PFLP hatte sich zu der Aktion bekannt, die als Vergeltung
für die Ermordung des vorhergehenden Generalsekretär der PFLP, Abu Ali Mustafa,
bei einem Attentat der israelischen Armee zwei Monate zuvor gedacht war.
Israel
führt damit einen Schlag gegen die PFLP, eine weltliche Organisation, die zu
Recht die Osloer Verträge zurückgewiesen hat und für das Rückkehrrecht aller
Flüchtlinge und, darüber hinaus, aller PalästinenserInnen eintritt. Der von der
Regierung Olmert (Kadima) – einem würdigen Nachfolger Sharons – geführte
Angriff wurde von den anderen Parteien mit Beifall aufgenommen: Vom Likud und
der Arbeiterpartei, die beansprucht, die ArbeiterInnen zu vertreten, aber seit
jeher den jüdischen Chauvinismus und den Kolonialismus dem Klassenkampf gegen
die jüdische Bourgeoisie vorgezogen hat. Das zeigt den eigentlichen
militaristischen und kriegerischen Charakter des Staates Israel, der durch seine terroristische Geburt, seine
Natur als Kolonialstaat und seine Funktion als Schaltstelle des Imperialismus
im Nahen Osten der Aufgabe geweiht ist, die Unterdrückung jenes Volkes
fortzusetzen, das im Laufe seiner Geschichte sein Opfer geworden war.
Die
Inhaftierung palästinensischer KämpferInnen durch die Palästinensische
Autonomiebehörde illustriert den Verrat der bürgerlich-nationalistischen
Al-Fatah-Partei, die ihre eigenen Ziele verleugnet und sich im Tausch für die
Verwaltung der vom israelischen Kapitalismus und der Umzingelung durch die
zionistische Armee - die in in dessen Auftrag interveniert - abhängigen
gigantischen Ghettos zum Komplizen Israels und des Imperialismus gemacht hat.
Die EU
und die USA haben die PFLP auf die Liste der „terroristischen Organisationen“
gesetzt und damit dem israelischen Angriff vorab grünes Licht gegeben. Die
Komplizenschaft der imperialistischen Mächte wird durch die Schweigsamkeit der
amerikanischen Administration und der europäischen Regierungen im Gefolge
dieser bewaffneten Aggression auf dem Territorium, das als jenes der
Palästinensischen Autonomiebehörde bezeichnet wird, bestätigt. Dies beweist
einmal mehr, dass sich die palästinensischen ArbeiterInnen gegen Kolonialismus,
Ausbeutung und Unterdrückung durch die jüdische Bourgeoisie Israels nicht auf
die UNO, die Vereinigten Staaten, Frankreich oder die bürgerlichen Staaten der
Region (seien sie weltlich oder religiös) stützen können.
Das
Kollektiv Permanente Revolution verurteilt diesen Angriff und verlangt die
Freilassung aller Mitglieder der PFLP und aller anderen palästinensischen
Organisationen. Es unterstreicht, dass es weltweit die Aufgabe aller
ArbeiterInnenorganisationen ist, sich im gleichen Sinne zu äußern.
Das
Kollektiv bekräftigt seine Solidarität mit der PFLP als Organisation, welche
die Unterdrückten gegen die reaktionäre Gewalt – der zonistischen auf der
einen, der islamistischen auf der anderen – verteidigt, auch wenn das Kollektiv
weder die politische Ausrichtung noch die Aktionsmethoden der PFLP teilt.
Das
Kollektiv Permanente Revolution unterstreicht, dass nur die Einheit der
ArbeiterInnen der gesamten Region rund um die in Israel, den besetzten Gebieten
und den Flüchtlingslagern lebenden unterdrückten PalästinenserInnen die
Möglichkeit eines weltlichen, demokratischen und sozialistischen Palästina für
JüdInnen und AraberInnen gleichermaßen schaffen kann, das nur im Rahmen einer
Sozialistischen Föderation des Nahen Ostens lebensfähig ist.
18. März
2006
Politisches Büro des Kollektivs Permanente
Revolution